Zwischen konfrontation und integration  

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

vor einiger Zeit haben wir Sie für Anfang April 2006 zu einer Tagung zum Thema Zwischen Konfrontation und Integration. Die Logik internationaler Beziehungen bei Hegel und Kant in aktueller Perspektive eingeladen. Erfreulicherweise haben alle der Eingeladenen ihre Bereitschaft erklärt, an der Tagung mitzuwirken.

Die Tagung wird vom 5. bis 9. April 2006 an der Universität Zadar (Kroatien) stattfinden, wobei Mittwoch (5.4.) und Sontag (9.4.) als An- bzw. Abreisetag vorgesehen sind.

Die Aufenthaltskosten (Unterbringung im Hotel „Kolovare“ in unmittelbarer Nachbarschaft der Universität) und Reisekosten für die Vortragenden werden von den Veranstaltern übernommen. Da die zur Verfügung stehenden Mittel begrenzt sind, möchten wir Sie jedoch bitten, für die Reisekosten Zuschüsse Ihrer Heimatinstitutionen in Anspruch zu nehmen, sofern dies möglich ist, bzw. preisgünstige Flüge zu buchen. Zadar verfügt über einen Flughafen, zu dem jedoch, besonders außerhalb der Urlaubssaison, nur wenige und relativ teure Verbindungen bestehen. Eine Anreise ist auch möglich über die Flughäfen Zagreb und Split (beide werden z.B. auch von Germanwings angeflogen) mit Busverbindungen nach Zadar.

Bitte teilen Sie uns baldmöglichst mit, ob Sie die Reisekosten von anderer Seite finanziert bekommen können; sollte dies nicht möglich sein, teilen Sie uns bitte in jedem Falle vor einer Buchung mit, wenn Ihre Reisekosten den Betrag von 300 € deutlich übersteigen werden. Zu allen Fragen im Zusammenhang mit dem Aufenthalt und der Anreise wenden Sie sich bitte an Prof. Dr. Jure Zovko (mail: zovko@fizg.hr).

Sofern Sie uns noch kein Thema für Ihren Vortrag genannt haben, dürfen wir Sie bitten, dies bis zum 31. Dezember 2005 zu tun, damit wir Ihnen im Januar das vorläufige Programm der Tagung zukommen lassen können.

Die Vortragsdauer sollte 35 Minuten nicht übersteigen, um intensivere Diskussionen zu ermöglichen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre

Andreas Arndt
Jure Zovko

INTERNATIONALE HEGEL-GESELLSCHAFT E.V.

IN ZUSAMMENARBEIT MIT DER UNIVERSITÄT ZADAR, DER HEGEL-GESELLSCHAFT ZADAR, DER STADT ZADAR UND DEM MINISTERIUM FÜR WISSENSCHAFT DER KROATISCHEN REPUBLIK

ZWISCHEN KONFRONTATION UND INTEGRATION
Die Logik internationaler Beziehungen bei Hegel und Kant in aktueller Perspektive

Internationales Symposion an der Universität Zadar (Kroatien); 5.–9. April 2006

In den Grundlinien einer Philosophie des Rechts skizziert Hegel eine Theorie des Verhältnisses der Staaten zueinander, die von einer grundlegenden Antinomie geprägt ist. Sie bedürfen als Individuen der Anerkennung durch andere Staaten, aber die Anerkennung ihrer Souveränität nach innen (Prinzip der Niicheinmischung) scheitert an dem Interesse ihrer Sicherheit, für welche die inneren Verhältnisse der anderen Staaten nicht gleichgültig sein könen. Die Staaten bleiben somit in einem Naturzustand gegeneinander, denn „es gibt keinen Prätor, höchstens Schiedsrichter und Vermittler zwischen Staaten, und auch diese nur zufälligerweise“ (§ 333). Ausdrücklich lehnt Hegel daher Kants Vorstellung eines auf der Verrechtlichung internationaler Beziehungen gegründeten ewigen Friedens in einem Staatenbund ab.
Hegels Theorie, die Konfrontationen bis hin zu Kriegen letztlich für unvermeidlich hält, scheint angesichts der leidvollen Erfahrungen des zwanzigsten Jahrhunderts und den daraus erwachsenen Bemühungen um eine internationale Rechtsordnung keine Perspektiven zu bieten und spielt daher auch kaum eine Rolle in aktuellen Diskussionen. Im Vergleich mit dem nicht erst in den letzten Jahren vielfach erörterten Kantischen Entwurf Zum ewigen Frieden erscheint sie vielmehr als resignativ.
Auf der anderen Seite haben alle Bemühungen um Integration auch in der postkommunistischen Ära bewaffnete Konfrontationen und ethnische „Säuberungen“ selbst in Europa nicht verhindern können, so daß sich angesichts dieser Erfahrungen Hegels Theorie umgekehrt auch als illusionslose Analyse der Logik internationaler Beziehungen lesen ließe.

Aufgabe des internationalen Symposions soll es sein, die Theorien Hegels und Kants in aktueller Perspektive miteinander zu konfrontieren, wobei Probleme der wirtschaftlichen, politischen und rechtlichen Integration ebenso zur Sprache kommen können wie regionale und globale Konflikte bis hin zum Weltbürgerkrieg des internationalen Terrorismus.

Das Symposion wird von der Internationalen Hegel-Gesellschaft e.V. in Zusammenarbeit mit der Hegel-Gesellschaft Zadar sowie der Universität Zadar und mit Unterstützung der Stadt Zadar und des Ministeriums der Wissenschaften der Kroatischen Republik durchgeführt.

Eine Veröffentlichung der Beiträge in der Reihe Hegel-Forschungen (Akademie-Verlag, Berlin) ist vorgesehen.

07. veljaèe 2006.